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Wie sich Menschen organisieren, wenn ihnen keiner sagt, was sie tun sollen

von Lars Vollmer

Inhalt

Wie sich Menschen organisieren

Dieses Buch habe ich gerade 2018 gelesen und finde, dass es absolut wert ist, hier kurz vorgestellt zu werden. Lars Vollmer vertritt die These, dass Menschen, insbesondere Teams und Mannschaften, aus einer Eigendynamik heraus sehr gut Ziele erreichen können. Dafür brauche es nicht den einen Chef oder die eine Chefin mit der Ansage, was sie wann tun sollen. Wichtig ist vor allem ein gemeinsames Ziel. Dieses herauszuarbeiten bietet die Führung. Es braucht also weniger Führer aber dennoch Führung.

Diese These stützt er durch in Summe sieben Gedanken, die für sich stehend grundsätzlich sprechend sind, aber durch die Erläuterungen im Buch mit Beispielen noch eingängiger werden:

  • Bürokratie macht aus Arbeit Beschäftigung
  • Nur echte Mannschaften leisten für- und miteinander
  • Ohne "Ämter" entstehen Engagement und Verantwortung
  • Die Früchte der Arbeit verdienen alle Teammitglieder gleichermaßen
  • Prinzipien (oder auch Werte) locken den Erfolg, Regeln rechtfertigen den Misserfolg
  • Organisationen werden dann leistungsfähig und anständig, wenn Wissen kein Machtinstrument ist
  • Mit Überraschungen kann nur umgehen, wer gut vorbereitet ist

Impulse

Die Thesen oben sind durchaus eingängig, und für die meisten fallen mir Beispiele ein, die sie bestätigen. Darüber hinaus haben mir die folgenden beiden Punkte noch mal Aha-Momente beschert:

  • Planung ist etwas anderes als Vorbereitung; ein Plan geht von genau einer Zukunft aus (vorhersehbar), Vorbereitung stellt mich breit auf für unterschiedliche Verläufe der Zukunft (unvorhersehbar)
  • Skeptiker stellen Fragen (bzw. infrage) und sind tatsächlich an Antworten interessiert. Leugnisten dagegen sind überzeugt („wissen“) und schließen damit Ergebnisse und Antworten aus.

Bewertung und Kommentar

Wie sich Menschen organisieren... RückseiteMit seinen 86 Seiten ist das Buch nicht unbedingt eine tagesfüllende Urlaubslektüre. Dafür kommt Vollmer auf den Punkt und gibt viele plakative und verständliche Beispiele. Dadurch finde ich das Buch sehr lesbar und informativ mit für mich neuen Denkanstößen.

Viele beschriebenen Dimensionen seines Führungsansatzes sind grundsätzlich bekannt. Die Konklusion, für passende Aufgabenstellungen viel mehr oder gar vollständig auf die Dynamik des Teams zu setzen, war mir zumindest neu.

In Summe kann ich sagen: auf den Punkt, gut zu lesen, inspirierend.

 

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